Ernte und Keltern

Der Weinbau in unserer Region wurden zunehmend durch die Landwirtschaft und den Obstbau abgelöst. Der Odenwald bot sehr gute Bedingungen für den Apfelanbau. Rund um Schneeberg entstand ein richtiger Streuobstwiesengürtel. Durch die Vielfalt der Apfelsorten und die Verbesserung der Moschtherstellung konnte die Qualität des Apfelweines deutlich gesteigert werden. Alte, säurehaltige Apfelsorten wie Bohnapfel, Roter Trierer, Rambur, sowie auch Quitten, Moschtbirnen und Speierling trugen zum Erfolg der Moschterzeugung bei. Die Äpfel, Birnen und Quitten wurden im Herbst auf den Streuobstwiesen geerntet, in Säcken nach Hause geschafft und in der Scheune zwischengelagert.

Die besten Äpfel kommen in die Obstpresse

Zum Keltern ging es in das Kelterhaus. Die eigentliche Kelter besteht aus einem Sandsteinsockel mit einem Aufbaugestell aus Holzlatten. Mit einer Spindel in der Mitte und einer Zustellmutter (Kluppe) zum Druckaufbau. Die Äpfel wurden in einem Holzzuber gewaschen und anschließend in einem handbetriebenen Häcksler zerkleinert. Den Brei nannte man dann Maische. Die Maische wurde in grobmaschige Tücher eingeschlagen und mehrlagig auf die Kelter gepackt. Abschließend wurden Pressbretter aufgelegt und die Stellmutter mit Hilfe einer langen Eisenstange zugeschraubt. Der Saft floss über eine Rinne in dem Sandsteinsockel in einen Holzbehälter. War die Maische ausgepresst, wurde die Presse wieder geöffnet. Die ausgepresste Maische nannte man "Dreschtern" (Trester). Der wurde meist als Viehfutter oder Wildtierfutter verwendet. Der Süßmoscht wurde anschließend mit einem Schlauch über ein Loch im Fußboden des Kelterhauses direkt in einen Holztrichter auf dem Fass geleitet. Oft wurde der Süßmoscht aber auch mühsam mit Eimern oder Butten in die Keller getragen und in die Fässer gefüllt.

Der Lohn für die viele Arbeit, das flüssige Gold

Die Kellerfreunde haben die Tradition der Moschtherstellung wieder mit Leben gefüllt. Schon seit Jahren treffen sich zur Erntezeit mehrmals wöchentlich fleißige Helfer und sammeln in den Streuobstwiesen die Äpfel ein. Auch Quitten und werden geerntet. Dabei wird auf frische Qualität größter Wert gelegt. Unter den Bäumen werden Planen ausgelegt und nur die frisch heruntergeschüttelten Äpfel eingesammelt. Sehr zeitnah werden die Früchte zum Keltern gefahren. Schonend wird der Saft herausgepresst und anschließend in die Fässer unserer Gewölbekeller gefüllt. Dort reift der Moscht unter besten klimatischen Bedingungen und unter Aufsicht und Pflege unserer Kellermeister zu einem guten Tröpfchen heran.

Trotz der klimatischen Herausforderungen durch Frühjahrsfröste und sommerlicher Trockenperioden haben es die Kellerfreunde bis jetzt in jedem Jahr geschafft genügend Moscht, in gewohnt sehr guter Qualität zu erzeugen.


Wir sagen Danke!  

Unser Dank gilt allen Helferinnen und Helfer, die zum Gelingen des jährlich wiederkehrenden Projektes: "vom Apfelbaum bis ins Fass" beitragen.