Historischer Webstuhl bereichert das Lenze-Gehöft
Mit der Eröffnung der Handwerkerausstellung im Lenze-Gehöfts konnte der Markt Schneeberg gemeinsam mit den Kellerfreunden Schneeberg e.V. ein weiteres bedeutendes Projekt zur Bewahrung der Ortsgeschichte abschließen.
Neben dem historischen Gewölbekeller aus dem Jahr 1568 bietet das Gebäude künftig auch Raum für die Darstellung von Handwerksberufen, die das frühere Leben und Arbeiten in unserer Region anschaulich vermitteln wird. Der Projektleiter Bernhard Speth erwähnte in seiner Rede nicht nur die Geschichte des Anwesens, er ging auch auf die vielen Stunden, die Baumaterialien und die Gelder ein, die der Verein der Kellerfreunde in das Projekt einbrachten. Ebenso bedankte er sich bei den vielen Helfern und Unterstützern des Projekts.
Ein letzter und besonderer Höhepunkt war die Aufnahme eines historischen Webstuhls in die bereits zum Teil bestehende Ausstellung. Dieser bäuerliche Webstuhl war, nach Aussage einer älteren Bürgerin von Schneeberg, der Letzte seiner Art in Schneeberg und stand im LenzeGehöft. Laut Nachforschung wurde er im Jahre 1913 vom Fürstenhaus zu Leiningen erworben und stand anschließend im Museum in Amorbach. Der im Jahre 1824 gebaute Webstuhle konnte jetzt, nach 113 Jahren Lagerung im fürstlichen Museum, an seinen Ursprungsort im LenzeGehöft zurückgebracht werden. Erste Recherchen brachten bereits weitere, interessante Erkenntnisse zu diesem besonderen Exponat.
Dieses eindrucksvolle Zeugnis traditionellen Handwerks wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, altes Wissen und frühere Arbeitsweisen für kommende Generationen zu bewahren und erlebbar zu machen. Der Webstuhl ergänzt die bereits vorhandenen Exponate in idealer Weise und verleiht der Ausstellung einen weiteren authentischen Schwerpunkt. Ein besonderer Dank gilt dem Fürstenhaus zu Leiningen für den Erhalt und die Bewahrung des Schneeberger Webstuhl, und wir sagen herzlichen Dank für die Überlassung des Webstuhls als Dauerleihgabe an die Kellerfreunde. Mit dieser großzügigen Geste leistet das Fürstenhaus einen wertvollen Beitrag zur Heimatpflege und zum Erhalt des kulturellen Erbes unserer Region.
Ebenso gilt unser Dank allen Bürgerinnen und Bürgern, die unsere Handwerk-Ausstellung mit gespendeten Exponaten bereichert haben. Solche Unterstützungen sind keineswegs selbstverständlich und verdienen besondere Anerkennung.
Auch das Lenze-Gehöft selbst ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie durch die enge Zusammenarbeit zwischen Marktgemeinde, Fördergebern, örtlichen Unternehmen und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern historische Bausubstanz erhalten und einer neuen sinnvollen Nutzung zugeführt werden kann. Die Kellerfreunde haben sich mit großem persönlichen Arbeitseinsatz, mit Materialbeschaffungen und auch mit hohem finanziellen Engagement an der Umsetzung beteiligt. Der Verein wird das Gebäude auch künftig mit Leben erfüllen.
Nach Abschluss der noch ausstehenden Arbeiten wird das Lenze-Gehöft in das Führungskonzept der Kellerfreunde eingebunden. Neben der Handwerkerausstellung werden dort Führungen, Vorträge und weitere kulturelle Veranstaltungen stattfinden können. Damit entsteht ein weiterer Ort, an dem Geschichte, Handwerk und Heimatpflege dauerhaft für Bürgerinnen und Bürger, sowie Gäste erlebbar werden.