Archäologe Harald Rosmanitz zu Besuch bei den Kellerfreunden
Archäologe Herr Rosmanitz zu Besuch im Kelterhaus, das zum Kelterhausmuseum Projekt der Kellerfreunde gehört Foto: Jutta Spet

Archäologe Harald Rosmanitz zu Besuch bei den Kellerfreunden

Eine Kellerführung der besonderen Art erlebten die Kellerfreunde Schneeberg beim Besuch des Archäologen Harald Rosmanitz mit seinem Team. Herr Rosmanitz ist Mitarbeiter beim Archäologischen Spessartprojekt und wurde in unserer Region als Leiter der archäologischen Ausgrabungen an der Gotthardsruine bekannt.

Die Kellerfreunde erlebten hier mal eine Kellerführung in der Rolle der Zuhörer und Zuschauer. Das Expertenteam nahm das Anwesen von Jutta und Bernhard Speth im Seifen in Augenschein zu dem drei Sandsteingewölbekeller gehören. Hier bestätigten sich die bereits gewonnenen Erkenntnisse. Es wurde deutlich, dass im 17. Jahrhundert Kellergewölbe mit einfachen grob behauenen Steinen, aber auch Gewölbe mit aufwändig und fein behauenen Sandsteinen gebaut wurden. Laut Herrn Rosmanitz waren Keller auch eine Art Aushängeschild der Bürger. Große Keller zeugten von Wohlstand. An einem Keller ist noch der Rest einer sogenannten Hausmarke zu erkennen. Ihrem Wesen nach ist die Hausmarke ein Sippenzeichen und einem Wappen vergleichbar.

Anschließend besah sich Herr Rosmanitz das Kelterhaus mit dem darunter befindlichen Keller, das zum Kelterhausmuseums Projekt der Kellerfreunde gehört. Eine genaue Altersbestimmung von Kellergewölben ist generell schwierig, aber die Art des Kellereingangs deuten auf eine Erbauung in der Mitte des 16. Jahrhundert hin. Besonders die steile Treppe mit den hohen Treppenstufen lasse Rückschlüsse auf diese Bauepoche zu. Im Obergeschoss des Kelterhauses sind deutlich Brandspuren am Südgiebel erkennbar. Dieser Eichenholzgiebel ist mit Sandstein und Lehm ausgefacht und scheint laut Herr Rosmanitz vom ursprünglichen Kelterhaus zu stammen. Das Kelterhaus wurde Ende 19. Jahrhundert teilweise neu aufgebaut. Dabei wurden alte Baumaterialien und Balken wieder verwendet. Diese Baumaßnahme ist durch eine historische Bauurkunde aus dem Jahr 1883 belegt. Herr Rosmanitz gab zahlreiche Empfehlungen hinsichtlich Untersuchung, Konservierung und Restaurierung. Darüber hinaus können ihn die Kellerfreunde zu Rate ziehen, wenn es um die Auswertung von Fundstücken und Keramikscherben geht. Dazu verfügt er über Kontaktadressen für weitergehende Untersuchungen. Herr Rosmanitz zeigte sich beeindruckt von der bereits geleisteten Arbeit der Kellerfreunde und den geplanten Projekten.

Die Kellerfreunde bedanken sich für diese wertvolle Begehung der historischen Bauwerke und die neu gewonnenen Erkenntnisse.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok